Gewaschener Grünkohl liegt in einer Schüssel.
Superfood Grünkohl
Gesund, gesunder, Grünkohl. Grünkohl, oftmals auch als Braun- oder Krauskohl bezeichnet, ist in vielen Regionen kaum oder gar nicht als schmackhafte Gemüsedelikatesse bekannt. Mangelnde Beliebtheit und unterschätzter Geschmack eilen diesem Superfood noch immer voraus. Dabei zählt Grünkohl längst zu den gesündesten Lebensmitteln weltweit. Eine markante herbe Würze verleiht dem deftigen Kohlgemüse zudem eine besonders edle Note. Grünkohl kann damit beides gleichzeitig auf den Teller bringen: Gesunde Ernährung und Genuss.
Veröffentlicht am
30.11.2022

Grünkohls Ursprünge

Grünkohl gehört zu den Kreuzblütengewächsen. Es gibt mehrere verschiedene Sorten, die sich in Wachstum, Widerstandsfähigkeit und auch Aroma teilweise unterscheiden. Erstmals angebaut wurde der Kohl mit den buschig-gekräuselten Blättern wohl schon im 3. Jahrhundert v. Chr. im griechischen Mittelmeerraum. Später lernten dann auch die Römer den bitter-süßlichen Geschmack des Kohls zu schätzen und bauten ihn vermehrt an. In Deutschland ist er schriftlichen Aufzeichnungen zufolge seit dem 16. Jahrhundert als essbares Gemüse bekannt und seitdem von so manch einer Speisekarte nicht mehr wegzudenken.

Anbaubedingungen

Grünkohl ist bekannt für sein schnelles Wachstum. Bereits im zweiten Jahr bildet er schon Blütenstände. Üblicherweise wird er ab Mai gepflanzt. Seine Ernte erfolgt dann mit Beginn des ersten Frostes und ist fortlaufend während der ganzen Wintermonate möglich. Bei industriell gezüchtetem Grünkohl beginnt die Ernte bereits im Frühherbst, meistens in der zweiten Septemberhälfte.
Heute wird Grünkohl vorwiegend in Teilen West- und Mitteleuropas, im nördlichen Amerika sowie in einigen Regionen Afrikas angebaut.

Grünkohl blüht bei Kälte auf

Die kühleren Herbst- und Wintermonate sind die Zeit des Grünkohls. Bei der Grünkohlernte nämlich spielen Kälte und kühle Temperaturen eine entscheidende Rolle. Der Zuckergehalt steigt mit jedem winterlichen Monat mehr weiter an. So ist letztlich auch die milde Süße zu erklären, die das Aroma von Grünkohl ausmacht. Grünkohl wird immer saisonal von September bis Februar angeboten, ist aber auch tiefgefroren oder konserviert zu anderen Jahreszeiten erhältlich.

Das Erbe des Grünkohls

Hauptsächlich im Norden Deutschlands, aber auch in westlichen Teilen der Republik, gehören Grünkohlgerichte zu den berühmtesten und beliebtesten Speisen. Hier machen sie einen großen Teil der regionalen traditionellen Küche aus. Vielerorts werden sogar Kohlkönige gekürt. Als typisches Gericht aus Regionen wie Bremen, dem Osnabrücker Land und Ostfriesland gilt Grünkohl mit Grützwurst. Das gibt es sogar als Fertigprodukt für die Mikrowelle. Oft wird das Gemüse auch mit Kasseler oder Kohlwurst serviert. Ebenso bekannt ist die Zubereitung von zerpflücktem Grünkohl mit klein gehackter Zwiebel obendrauf, einer fettigen geräucherten Mettwurst dazu und einer Portion Salz- oder Speckkartoffeln.
In südlichen Regionen hingegen wird Grünkohl eher verschmäht oder kaum als genießbares Gemüse wahrgenommen.

Eine Personal Trainerin zeigt einem Klienten in einem Premium Fitness Club etwas auf einem Tablet.

Die natürliche Power von Grünkohl

Grünkohl ist eine echte Gesundheitsspritze voller nützlicher Nährstoffe, die förderlich für eine ausgeglichene Verdauung und für die Stärkung des Immunsystems ist. Er ist zudem reich an Antioxidantien, die optimal gegen frühzeitige Alterungserscheinungen und Erkrankungen wirken.

Inhaltsstoffe

Vitamine

Grünkohl gehört zu den Kohlsorten mit dem höchsten Vitamin C-Gehalt. Wow! Dazu punktet er mit einer guten Portion Vitamin E, das besonders gegen zellzerstörende Freie Radikale schützt. Und auch als Vitamin K-Lieferant dient Grünkohl, was wiederum förderlich für den Blutkreislauf ist.

Betacarotin

Grünkohl hat tatsächlich den höchsten Anteil an Betacarotin. Dieses Provitamin A stärkt das Sehvermögen und wirkt dem Alterungsprozess der Haut entgegen.

Mineralstoffe

Der hohe Eisenanteil im Grünkohl regt die Sauerstoffzufuhr im Körper an. Enthaltenes Kalzium erledigt gleiches für den Knochenbau, stärkt diesen zusätzlich noch und ist besonders gut für die Zahnsubstanz. Das in Grünkohl enthaltene Kalium ist förderlich für die Herztätigkeit und wirkt entwässernd.

Ideal für Schwangere und Figurbewusste

Grünkohl bietet einen ordentlichen Gehalt von Folsäure, was für Ungeborene und deren Entwicklung unverzichtbar ist. Außerdem ist das Gemüse perfekt geeignet zum Abnehmen. Denn es kann als Hauptspeise verzehrt oder als ideale Beilage zu anderen nährstoffreichen und kalorienarmen Nahrungsmitteln gegessen werden. Es ist vielfältig einsetzbar und bringt Körper und Geist gut durch die kalten Wintermonate.
Wegen seiner sattmachenden Ballaststoffe und des pflanzlichen Eiweißes ist Grünkohl sehr kalorien- und fettarm. In Studien wurde nachgewiesen, dass er den Cholesterinspiegel senkt und damit das Herzinfarktrisiko reduziert wird.

Zubereitungsempfehlung

Die Zubereitung von frischem Grünkohl erfordert etwas zeitlichen Aufwand, wenngleich sich dieser durchaus lohnt. Der Kohl versteckt in seinen typisch krauseligen Blättern viel Erde und Schmutz und muss deshalb besonders intensiv gewaschen werden. Welke Blätter und Stiele sollten außerdem sorgfältig gezupft oder weggeschnitten werden. Wer keine Zeit hat, kann geputzten Grünkohl aber auch in fast allen Supermärkten, sowohl als Tiefkühlprodukt als auch frisch gehackt im Gemüseregal, kaufen.

Ein gesundes Grünkohlgericht mit Wurst und Kartoffeln.


Weitere Tipps für köstliche Grünkohlgerichte

Grünkohl ist nicht nur etwas für Vegetarier oder Veganer. Das Gemüse mit den vielen Nährstoffen eignet sich auch zur Ergänzung oder Abrundung von herzhaften Fleischgerichten oder deftigen Wurstsalaten. Das beweisen zum Beispiel die zahlreichen Salatkreationen, die inzwischen die Welt der Profi- und Hobby-Köche erobert haben. Es gibt mittlerweile unglaublich viele kreative Rezeptideen, wie Grünkohl in der Küche verwendet werden kann. Ausprobieren und nachkochen lohnt sich!

Roh oder gekocht?

Viele kochen Grünkohl und servieren ihn dann mit Würstchen. Es empfiehlt sich aber auch, ihn nur kurz zu garen, etwa in einem Dampfgarer, oder zu blanchieren. Wenn der frische Grünkohl für wenige Minuten in kochendes Salzwasser gegeben und danach sofort mit eisigem Wasser abgeschreckt wird, bleiben die meisten der Vitamine auch wirklich enthalten und der Kohl behält zugleich sein leuchtendes Grün. Schließlich isst das Auge immer mit!
Der Rohverzehr von Grünkohl ist zwar eher selten, kann sich aber auszahlen. Denn als Rohkost behält er alle seine Vitamine. Deswegen kann er hervorragend zur Herstellung von gesunden Smoothies genutzt werden. Es gibt kaum ein Frühstück, das nahrhafter und sättigender ist. Auch als abwechslungsreiche Beilage frischer Salate kann Grünkohl dienen oder als Pesto-Grundlage für ein erlesenes Pastagericht.
Noch besser eignet sich Grünkohl als Zutat für einen kräftigen und gehaltvollen Eintopf. Gerade in eisigen Wintermonaten kann so ein Grünkohl-Eintopf zu einem richtigen Leibgericht werden und sogar vorbeugend gegen Erkältung wirken.
Tipp: Als gesunde Knabberei haben längst die Kohl-Chips die Gaumen aller Chips-Liebhaber erobert. Hier werden einfach Grünkohlblätter mit Öl und Gewürzen mariniert und im Ofen knusprig fertig gebacken. Endlich ist Schluss mit schlechtem Gewissen beim Chips essen auf der Couch!

Es grünt so grün, …

…, wenn in Deutschlands Küchen endlich wieder Grünkohl blüht. Für eine gesunde Ernährung ist Grünkohl unverzichtbar. Dass Grünkohl aber nicht nur gesund, sondern auch lecker ist, beweist dessen steigende globale Beliebtheit. Das europäische Gemüse hat sich inzwischen in Ländern wie den USA und Australien als kulinarische Köstlichkeit etabliert. Auf geht’s also zum Grünkohlkauf!

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